Maßnahmen in der Umsetzung

Hier werden Sie über umgesetzte Maßnahmen informiert.

Entbuschung von Trockenstandorten

In den Jahren 2014 bis 2018 wurden insgesamt Pflegemaßnahmen auf einer Fläche von ca. 120 ha beauftragt. Die Maßnahmen finden in folgenden Kommunen statt: Gemeinden Ederheim, Huisheim, Hohenaltheim, Mönchsdeggingen, Kaisheim, Tapfheim, Stadt Harburg, Stadt Nördlingen

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Magerrasenpflege am Bock: großflächig wurden aufgekommene Brombeergebüsche und Schlehen im Dezember 2014 zurückgenommen.

Magerrasenpflege am Kräuterranken, eines sehr artenreichen Magerrasens: Bäume und Sträucher weichen und wärmeliebende Arten werden gefördert.

Der Kräuterranken nach der Erstpflege im Dezember 2014. Zahlreiche hochwüchsige Fichten wurden entnommen.

Am Kühstein bei Mönchsdeggingen waren vor allem am Waldrand viele Gehölze aufgekommen. Eine Pflege fand im November 2014 statt. Nun ist auch diese Fläche wieder beweidbar.

Nach einer Gehölzpflege im Vogelschutzgebiet stehen jetzt für den Neuntöter wieder Einzelgehölze zur Verfügung. Die Lesesteinhaufen liegen wieder offen und sind ein geeigneter Rückzugsraum für Zauneidechsen.

Freistellung von Hutangern

Es wurden zwei Maßnahmen mit insgesamt einer Fläche von ca. 4,5 ha beauftragt. Die Maßnahme am Harberg (Stadt Harburg) dient der Freistellung von alten Hute-Eichen.

Alte Hutebäume am Harberg wurden freigestellt. Ein zusammengebrochenes Schlehengebüsch wurde abgeräumt. Hier wird die Schafbeweidung kombiniert mit einer Nachpflege für eine Nachhaltigkeit der Pflege sorgen.
Freistellung von Felsen

Am Wöllwart (Stadt Harburg) wurde mit der Freistellung von Felsen, auf denen ehemals eine markante Burg das Wörnitztal kontrollierte und überthronte, begonnen.

Die Felsfreistellung an den Wedlbuckfelsen war möglich während der Straßensperrung zur Sanierung des Harburger Tunnels. Die Bäume mussten aufwändig am Steilhang gesägt und mit dem Kran abtransportiert werden.

Die über 30m hohen und zuvor stark von Gehölzen verschatteten Hüllenlochfelsen wurden im November 2015 freigestellt. Ein Besuch lohnt sich.
Zurückdrängen von Neophyten

In drei Bereichen wurden Neophyten seit 2014 bekämpft, am Riegelberg und Lindle (Nördlingen) und am Kratzberg (Möttingen). Es handelt sich um die Robinie Robinia pseudacacia  (Lindle) sowie das Orientalische Zackenschötchen Bunias orientalis (Kratzberg) und die Kugeldistel Echinops sphaerocephalus (Riegelberg). Die Fruchtstände der krautigen Pflanzen werden vor der Fruchtreife zerkleinert. Die Maßnahmen wurden jährlich wiederholt.

Das Orientalische Zackenschötchen blüht im Mai senfgelb und bildet im Sommer viele Früchte aus.
Von weitem leuchtet der Neophyt Orientalisches Zackenschötchen, der am Kratzberg bei Möttingen reichlich vorkommt. Im Sommer 2014 fand eine erste Pflege statt.
Die Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus) kommt in mehreren Teilflächen vor. Die Blütenstände werden vor dem Fruchten abgetrennt und zerkleinert.
Anlage von Tümpeltränken

Im Rahmen des LIFE-Projektes wurden an mehreren Bereichen Tümpeltränken angelegt. Am Unterhang des Hohen Steins (Ederheim) wurde auf sickerquelligem Standort im Frühling 2015 eine Tümpeltränke angelegt, die auch gleich im Sommer von der Schafherde eingeweiht wurde.

Neu angelegte Tümpeltränke bei Ederheim. Das Stillgewässer wird von Hangwasser gespeist und wurde bereits im ersten Jahr von Gelbbauchunken und Molchen besiedelt.
Eine Kette von Tümpeltränken wurde am Lachberg (Nördlingen-Holheim) angelegt. Auch diese Gewässer wurden von der Gelbbauchunke bereits als Laichgewässer genutzt.
Renaturierung Niedermoor

Renaturierung Niedermoor

Das Hangquellmoor bei Niederaltheim wurde im Sommer 2015 renaturiert. Dazu wurden bestehende Entwässerungsgräben verschlossen, Drainagen gekappt und in nährstoffreichen Bereichen auch der Oberboden abgefahren.

Oberbodenabtrag am Rand des Hangquellmoors Niederaltheim mit dem Ziel hier einen artenreichen, mageren Grünlandbestand zu entwickeln.

Der Entwässerungsgraben wurde mit autochthonem Boden verplombt. Das Wasser wird nun besser im Gebiet gehalten und eine Vernässung der Kernzone gefördert.

Tümpel wieder herstellen

In einem aufgelassenen Steinbruch bei Bollstadt waren die ehemaligen Tümpel so stark verlandet, dass sie keine offene Wasserfläche mehr hatten. Sie waren als Amphibien-Laichgewässer dadurch ungeeignet. Gleichzeitig hatten Sie aber historisch eine herausragende Bedeutung für Kammmolch und Gelbbauchunke. Beide Arten waren in der Umgebung noch zu finden, aber nicht mehr im Steinbruchbereich selber. Im Rahmen des LIFE-Projektes wurde der größere Tümpel umfangreich entlandet und ein für den Kammmolch geeignetes Laichgewässer hergestellt. Weiterhin wurden im nördlich angrenzenden Bereich temporär wasserführende Mulden als Habitat für die Gelbbauchunke geschaffen. Diese Maßnahme wurde im Herbst 2017 wiederholt.

Großer Tümpel im Steinbruch Bollstadt nach der Entschlammung. Das Gewässer hat wieder eine gute Wasserqualität. Der Kammmolch konnte bereits wieder nachgewiesen werden. Die erhofften Erfolge haben sich eingestellt.
Anlage von Kleingewässern im aufgelassenen Steinbruch Bollstadt
Waldrandoptimierung

Auf insgesamt 2,5km Länge wurden gradlinige Waldränder optimiert, so dass mehr Licht in den Wald fällt und die Strukturvielfalt erhöht ist.

Waldrandoptimierung am Lindle (Nördlingen-Holheim). An einem viel besuchten Spazierweg wurde der Waldrand aufgelichtet und geschwungen gestaltet. Er kann jetzt auch als Triebweg dienen.
Anlage von artenreichem Grünland und Entwicklung von Magerrasen

Angekaufte Flächen, die vormals intensive Grünländer oder Ackerlagen waren, wurden im Rahmen des LIFE-Projektes zu artenreichen Grünländern entwickelt. Die regionale genetische Vielfalt kann durch die Verwendung von Mahdgut aus Spenderflächen der Umgebung erhalten bleiben.

Bodenvorbereitung: Am Kayberg in Untermagerbein wurden Streifen in ein bestehendes artenarmes Grünland gefräst.
Artenreiche Salbei-Glatthaferwiese in der Umgebung, die als Spenderfläche diente.
Übertragung von artenreichem Mahdgut auf eine Ankaufsfläche im Wörnitztal. Das Material wurde anschließend verteilt und festgewalzt.

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Anlage von flachen Mulden und Grabenabflachung

Im Wörnitztal wurden im Überschwemmungsgebiet flache Mulden angelegt, die bei Hochwasser überflutet sind. Diese flachen Mulden sind weiterhin mähbar und werden landwirtschaftlich genutzt. Hier gedeihen Pflanzenarten gut, die auf frischen Wiesen ihren Schwerpunkt haben.

Gleichzeitig konnten einige Grabenränder abgeflacht und so für Stromtalpflanzen optimiert werden.

Abgeflachter Grabenrand im Wörnitztal, auf den Mahdgut von artenreichen Spenderflächen aufgebracht wurde. Das Mahdgut wurde anschließend verteilt und angewalzt.

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